Seefracht unter Druck: Engpässe in Europa und Ostasien

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Seefracht unter Druck: Engpässe in Europa und Ostasien

Die internationale Seefracht bleibt angespannt. Aktuell treffen mehrere Entwicklungen gleichzeitig aufeinander – mit spürbaren Auswirkungen auf Fahrpläne, Laufzeiten, Hafenabfertigung und verfügbare Kapazitäten.

Europa: Mehr Schiffe, zu wenig Terminalkapazität

Seit 2016 ist die weltweite Stellplatzkapazität der Containerschiffsflotte um rund 73 % gestiegen. Die Terminalkapazitäten wuchsen im gleichen Zeitraum jedoch nur um etwa 27 %.

Diese Entwicklung führt dazu, dass viele Häfen bereits strukturell stark ausgelastet sind. Größere Schiffe, begrenzte Yard- und Lagerflächen sowie hohe Bestände an Leercontainern verstärken den Druck zusätzlich.

Hinzu kommen aktuell sich überschneidende Schiffsankünfte über den Suezkanal und das Kap der Guten Hoffnung. Auch Arbeitskampfmaßnahmen in deutschen Seehäfen können die Abfertigung zusätzlich beeinträchtigen.

Ostasien: Taifunsaison belastet Fahrpläne

Parallel dazu sorgt die derzeit sehr aktive Taifunsaison in Ostasien für weitere Störungen. Überschwemmungen, Hafenüberlastungen und Verzögerungen im Schiffsbetrieb führen zunehmend zu Fahrplanverschiebungen und Kapazitätsengpässen.

Laut Sea-Intelligence verzeichnen alle 14 größten Häfen der Region eine Verschlechterung bei der Pünktlichkeit von Schiffsankünften.

Da die internationalen Seefrachtnetze eng miteinander verbunden sind, können sich Verzögerungen in Asien zeitversetzt auch auf europäische Häfen, Anschlussverkehre und die Equipment-Verfügbarkeit auswirken.

Was bedeutet das für Verlader und Importeure?

Die aktuelle Situation kann zu folgenden Auswirkungen führen:

  • längeren Transitzeiten
  • geringerer Planbarkeit
  • eingeschränkter Slot- und Equipment-Verfügbarkeit
  • Verzögerungen im Vor- und Nachlauf
  • höheren Risiken für Demurrage-, Detention- und Storage-Kosten

Gerade bei überlasteten Terminals, fehlenden Slots oder Verzögerungen im Hinterlandverkehr kann es schwierig werden, Container innerhalb der vereinbarten Freizeiten abzuholen oder zurückzugeben.

Frühzeitige Planung wird wichtiger

Wir empfehlen daher, aktuelle und kommende Sendungen möglichst frühzeitig zu planen. Zusätzliche Zeitpuffer, eine rechtzeitige Prüfung von Freizeiten sowie alternative Routings oder Transportmöglichkeiten können helfen, Risiken und Folgekosten zu reduzieren.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, mögliche Auswirkungen auf Ihre Sendungen einzuschätzen und passende Alternativen zu prüfen.  

 

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